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Kurze Geschichte der Münchner Stadtteile Neuhausen, Nymphenburg und Gern.
Neuhausen – Name und Gründung
Der Ort Neuhausen entstand etwa um 900 n. Chr., als es, bedingt durch das Bevölkerungswachstum, auch auf steinigen und kargen Gründen zu Ansiedlungen kam.
Der Name des Ortes ist erstmals in einer Urkunde des Klosters Schäftlarn erwähnt. Darin ist festgehalten, dass ein Roudolfus de Niwenhusen mit Zustimmung seiner Gemahlin Kunigunde und der Söhne Wernhard und Adalbero ein Gut in Sendling an das Kloster Schäftlarn übergab. Die im Text genannten Orte Sendling, Hebertshausen, Moching, Lochhausen verweisen darauf, dass mit Niwenhusen der heutige Münchner Stadtteil Neuhausen gemeint ist. Diese Urkunde stammt aus der Zeit des Abtes Heinrich von Schäftlarn (1163-1170).
Der Name Neuhausen bedeutet bei den neuen Häusern. Es handelt sich dabei um eine, zumindest gegenüber den Nachbarorten, spätere Gründung. Die Orte Sendling, Menzing, Feldmoching, Pasing oder Laim sind älter.
Die ursprünglich etwa zwei bis vier Bauernanwesen lagen an keiner sehr günstigen Stelle, weder gab es einen Wasserlauf noch fruchtbaren Boden. Aber zwei Straßen kreuzten sich hier: diejenige von München nach Augsburg mit der von Sendling nach Feldmoching. Der Ort gewann als Verkehrspunkt eine gewisse Bedeutung.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb der Ort ein kleines Bauerndorf, das erst in den Gründerjahren ab 1866/70 durch Ansiedlung von Industriebetrieben zu einem Münchner Vorort mit überwiegend proletarischer Bevölkerung wuchs.
Nymphenburg – Name und Gründung
Der ursprüngliche Name von Nymphenburg war Kemnaten. Aus den Jahren 1193/95 ist ein Ulricus de Kemenaten in Schäftlarner Urkunden genannt. Der Name kommt aus dem lateinischen caminata, auf althochdeutsch keminata, und bedeutet heizbarer (mit einem Kamin versehener) Wohnraum.
Um 1500 sind in Ober- und Unterkemnaten insgesamt zehn Anwesen bezeugt. Auch eine Hofmark, das ist das abgeschlossene Herrschaftsgebiet eines Ortsherrn, wurde schon vor 1570 errichtet.
Kurfürst Ferdinand Maria kaufte am 1. Juli 1663 die Hofmark Kemnaten um 10.000 Gulden. Er schenkte sie seiner Gattin Henriette Adelaide von Savoyen anlässlich der Geburt des Thronfolgers Max Emanuel. Die Kurfürstin ließ ab 1664 das Schloss bauen, dem sie den Namen Borgo delle Ninfe (Burg der Nymphen) gab. Seit 1675 hat sich dieser Name für den ganzen Ort durchgesetzt. Die Kurfürsten Max Emanuel und Karl Albrecht haben die Schlossanlage erweitert. 1761 wurde die Porzellanmanufaktur in das Nördliche Schlossrondell verlegt.
Nymphenburg wurde durch den Einfluss des Hofes, des Adels und später des reichen Bürgertums geprägt.
Gern – Name und Gründung
In einem Verzeichnis des Klosters Tegernsee, das zwischen 1149 und 1155 angelegt wurde, ist festgehalten, wie viele Pfennige als Abgabe für Leinen zu zahlen waren. Unter 40 anderen Orten ist darin auch Kerin vermerkt. Nur zwei Jahre später trat ein Friedrich de Geren bei einem Rechtsgeschäft des Klosters auf. Gern ist somit der älteste Name im Bereich von Neuhausen-Nymphenburg.
Der Name des Weilers Gern kommt aus dem mittelhochdeutschen gere und bedeutet keilförmiges Stück. Gern war ein Ortsteil von Nymphenburg.
Gern bestand immer nur aus vier oder fünf Anwesen, die sich bis zur Säkularisation 1803 in klösterlichem Besitz befanden.
Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Villenkolonie Gern errichtet. Seitdem ist es ein bevorzugtes Wohngebiet, in dem auch zahlreiche Künstler wohnen und arbeiten.
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