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07.07.2010

Vereinschronik

Geschichtswerkstatt Neuhausen e.V.

Der historische Verein für die Münchener Stadtteile Neuhausen, Nymphenburg und Gern.

 

Die Geschichtswerkstatt Neuhausen e. V. ist ein historischer Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Geschichte der Münchner Stadtteile Neuhausen, Nymphenburg und Gern zu erforschen. Gegründet wurde er am 9. November 1992. Mit dem historischen Datum des 9. November verbinden sich in der deutschen Geschichte so unterschiedliche Ereignisse wie die Ausrufung der Republik 1918, der Putsch Adolf Hitlers in München 1923, die ‚Reichskristallnacht 1938, das Attentat Georg Elsers auf Hitler im Bürgerbräukeller 1939 und die Maueröffnung 1989. Das Gründungsdatum der Geschichtswerkstatt war jedoch eher zufällig, da nur an diesem Tag die vorgesehenen Räumlichkeiten frei gewesen sind.

Initiator der Vereinsgründung war Günther Baumann, der zuvor im Auftrag des Kulturreferates der Stadt München Recherchen zum Thema Das Neuhauser Mettingh-Viertel in den frühen 20er und 30er Jahren durchgeführt hatte und hierfür weitere Mitarbeiter suchte. Im Juli 1992 hatte sich erstmals ein kleiner Arbeitskreis zu einem Gedankenaustausch zusammengefunden. Zehn Personen trafen sich dann am 9. November zur Gründung des Vereins. Die offizielle Adresse des Vereins war für die nächsten zehn Jahre Richelstraße 26, 80634 München, das Wohnhaus von Günther Baumann. Die erste öffentliche Kontaktaufnahme des Vereins mit der Bevölkerung fand am 6. Juli 1993 im Rahmen eines Bürgerfestes in der Blutenburgstraße vor der Galerie 45 statt, die in den ersten fünf Jahren auch als Veranstaltungs- und Ausstellungsräumlichkeit diente. Die erste Ausstellung Hitler war kein Betriebsunfall! wurde am 9. November 1993 mit der gleichzeitigen Herausgabe des ersten Buches Zum Beispiel Neuhausen 1918-1933 eröffnet. Auch die nächsten Themen, mit denen sich der Verein befasste, betrafen die Zeit des Dritten Reiches im Stadtteil, etwa Buch und Ausstellung Spuren jüdischen Lebens in Neuhausen oder der 1995 fertig gestellte erste Videofilm Davon haben wir nichts gewusst.... 1995/96 schaffte es die Geschichtswerkstatt, mit der Ausstellung Vergnügungsparks und Etablissements im alten Nymphenburg/Neuhausen und dem Buch Von Postämtern, Postkutschen und Postboten ihr Themenspektrum auch auf andere Gebiete und Zeiten zu erweitern. Seitdem sind zu allen Themen der Stadtteilgeschichte Beiträge und Ausstellungen erstellt worden, etwa zu Schulgeschichte, Friedhof, Baden, Halbstarke, Grünanlagen, Denkmäler, Kino und vieles mehr.

Inzwischen hatte die Geschichtswerkstatt begonnen, auch Stadtteilführungen anzubieten, die inzwischen einen nicht mehr wegzudenkenden Teil der Arbeit des Vereins ausmachen. 1998 mussten die zwei Mal monatlich stattfindenden Treffen aus der Galerie 45 in die Gaststätte Fellstüberl in der Sedlmayrstraße 28 verlegt werden, wo sie bis heute stattfinden. Im Herbst desselben Jahres erschien das erste Heft der historischen Stadtteilzeitschrift Neuhauser Werkstatt-Nachrichten, die seitdem zwei Mal jährlich erscheint und eine breite Mischung von geschichtlichen Themen aus dem Stadtteil anbietet, wobei zumeist ein Schwerpunktthema im Zentrum steht.

Im Jahre 2002 feierte der Verein am 8. November im Neuhauser Trafo sein 10jähriges Jubiläum, natürlich mit einem neuen Buch (Hauser Lenz) und der inzwischen neunten Ausgabe der Zeitschrift. Kurz zuvor, am 23. April, war der Vorsitzende Günther Baumann im Rathaus stellvertretend für die Geschichtswerkstatt mit der Medaille München leuchtet – den Freunden Münchens in Bronze ausgezeichnet worden.

Am 24. März 2003 trat Günther Baumann als Vorsitzender des Vereins zurück, die Mitgliederversammlung wählte Franz Schröther zu seinem Nachfolger. Einen Tag später konnten endlich die lang erwarteten eigenen Büroräume bezogen werden. Die neue Adresse des Vereins lautet seitdem: Nymphenburger Straße 171 (Neuhauser Trafo), 80634 München.

 Bisher hat die Geschichtswerkstatt in den 13 Jahren ihres Bestehens zwölf Bücher mit insgesamt 2.150 Druckseiten und mehr als 1.200 Abbildungen sowie 13 Ausgaben der "Neuhauser Werkstatt-Nachrichten" plus Sonderheft mit einem Gesamtumfang von über 1.120 Seiten mit etwa 1.200 Fotos herausgegeben (Stand 31.12.2004). Dazu wurden zwei Dokumentarfilme mit einer Spielzeit von insgesamt drei Stunden und 20 Minuten hergestellt. Jedes Jahr bietet die Geschichtswerkstatt über 50 öffentliche Vorträge, Führungen, Ausstellungen und vieles mehr an, an denen pro Jahr durchschnittlich 2.000 Personen teilnehmen. Heute hat sich die Mitgliederzahl auf etwa 140 zahlende Mitglieder vervielfacht, der aktive Stamm setzt sich aus etwa zehn bis fünfzehn Personen zusammen, wobei durchaus nicht nur Forscher und Autoren gemeint sind, sondern auch sonstige "Mitanpacker", die natürlich auch bei der Geschichtswerkstatt immer wieder benötigt werden.

Eine ausführliche Chronik der Geschichtswerkstatt Neuhausen mit vielen Einzelheiten und Fotos ist in den Neuhauser Werkstatt-Nachrichten Heft 9 (Winter 2002) erschienen.

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